Selbstverständnis

gerecht geht anders – Demokratiedialoge

Stand: 27.08.2026

Wir setzen uns für echte Demokratie im Sinne sozialer Gerechtigkeit ein, indem wir dorthin gehen, wo der Alltag stattfindet – an Haustüren, Marktplätze, Bahnhöfen und anderswo – und Gespräche mit Menschen führen. Durch Infotreffen, Workshops, Erfahrungsaustausch und Vernetzung befähigen wir viele Menschen, dies selbstständig, gemeinschaftlich und lokal zu tun. Unser Ansatz basiert auf Deep Canvassing und Radikaler Höflichkeit und ist wissenschaftlich fundiert: Studien zeigen, dass persönliche Gespräche Vorurteile abbauen und politische Einstellungen nachhaltig verändern können. Da insbesondere unpolitische, frustrierte und enttäuschte Menschen öffentliche Veranstaltungen zur Demokratieförderung oft meiden, gehen wir niedrigschwellig aufsuchend vor. Wir hören zu, sprechen auf Augenhöhe und stehen gleichzeitig zu unseren demokratischen Werten sowie zum ebenfalls wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhang zwischen neoliberaler Politik, wachsender sozialer Ungleichheit und Politikverdruss. Das bedeutet auch, dass wir keinen “Alles-außer-AfD-Ansatz” verfolgen, sondern auch alle anderen Parteien mit Regierungsvergangenheit für ihre ungerechte Politik zur Verantwortung ziehen. Wir arbeiten überparteilich und stärken progressive Kräfte in der Gesellschaft.

Wenn wir „Demokratie“ sagen, meinen wir immer auch die dringend nötige Demokratisierung der Wirtschaft. Soziale Belastungen und Ungleichheit sind kein Naturgesetz, sondern Ergebnis konkreter politischer Entscheidungen, die – ungeachtet aller Vorwände rechter Politiker*innen – alles andere als alternativlos sind. Wut auf „Eliten“ und die Abwendung von Politik und Demokratie sind verständlich, wenn seit Jahrzehnten gesellschaftlicher Wohlstand von unten nach oben verteilt wird, wenn Lobbyismus und Korruption grassieren und entsprechende Skandale konsequenzlos bleiben, wenn Infrastruktur verfällt und Sozialabbau betrieben wird. Die AfD instrumentalisiert diesen berechtigten Frust für ihre Zwecke, indem sie auf latenten Rassismus, Sexismus, Queerfeindlichkeit und Meritokratiedenken innerhalb der Mehrheitsgesellschaft baut, diese Ansichten kultiviert und benachteiligte Gruppen gegeneinander auszuspielen sucht.

Wir wollen nicht nur gegen die AfD sein, sondern für eine Politik kämpfen, die echte Alternativen bietet: eine, die Lebensrealitäten ernst nimmt und lange bestehende Machtverhältnisse konsequent hinterfragt. Die Umfragewerte vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und das katastrophale, vorhersehbare Scheitern der amtierenden Bundesregierung im großspurig angekündigten „AfD-Halbieren“ zeigen: Wenn wir jetzt nicht handeln, wird die AfD – auch auf Bundesebene – noch weiter wachsen und ihre menschen- und demokratiefeindliche Politik in die Tat umsetzen.

Darüber hinaus unterstützen wir vollumfänglich die vom Bündnis “Sachsen-Anhalt. Weltoffen!” formulierten gemeinsamen Ziele:

— Wir wollen in einem Land leben, in dem Menschen ohne Angst verschieden sein können und willkommen sind. Alle Menschen sind gleich wertvoll.
— Wir stehen ein für die Achtung der Menschenwürde und der unteilbaren Menschenrechte.
— Wir setzen uns ein für plurale Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.
— Wir setzen uns für einen friedlichen und respektvollen Umgang miteinander ein. Vorurteile, Ausgrenzung und Hass haben in einem weltoffenen und vielfältigen Sachsen- Anhalt keinen Platz.
— Wir treten ein für Nachhaltigkeit, soziale Gerechtigkeit und die Daseinsvorsorge für Alle Menschen.
— Wir treten ein für die Idee der Europäischen Gemeinschaft. Sie steht für Frieden, Solidarität und einen verantwortungsbewussten Wohlstand.
— Wir sagen nein zur Verachtung unserer Grundwerte durch die Ideologie der extremen Rechten.